Presseberichte

 

LEPORELLO - 2 / 2011

Kulturmagazin für Würzburg, Mainfranken und Bamberg

Kunst = Schön(heit) 

von nicole oppelt

„Wir berühren Grenzen“, sagen die Institutsleiter. Der Sitz im nördlichen Unterfranken ist demnach nicht zufällig gewählt.

 

Ziel ist es, der Region zusätzliches kulturelles Potential zuzuführen.

 

Das „Institut Heinz“ in Münnerstadt stellt sich vor

Als die Email einer gewissen Mia Hochrein die Leporello-Redaktion ereilte, da staunten die beiden Chef-Redakteurinnen Petra Jendryssek und Susanna Khoury nicht schlecht. „ HEINZ_Gesamtkunstwerk und Denkfabrik“ war da im Betreff zu lesen. Es folgte die Bekanntgabe, dass sich am 26. November 2010 um 20.00 Uhr eben jenes „Institut Heinz“ im Gemeindesaal Stockheim zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellen würde. War das Ernst? War das Spaß? Oder vielleicht sogar beides? Immerhin, Großes wurde angekündigt: „Das neu gegründete Forschungsunternehmen (…) widmet sich der Verbesserung und Verschönerung der Welt.“ Eine neue, unabhängige Denkfabrik - und eben keine herkömmliche Künstlergruppe (sic!) – sollte da mitten in der Rhön entstehen.

Keck-dreist wurde sich vorgenommen, auch den wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen, „dass Kunst und kreative Arbeit zur eindeutig positiven Entwicklung der Menschheit führen.“ Zugegeben, ohne den nötigen Lebenswitz und feinen Sinn für Ironie, der sich hier immer wieder neu mit dem ebenfalls reichlich vorhandenen künstlerischen Ernst verbindet, befindet sich der „Otto-Normal-Rezipient“ hier schnell auf dem Holzweg. Denn die drei Institutsleiter wiederum, die sind schon ganz besondere „Gewächse“: Da gibt es Stephan Winkler, der mit dem „post kultur klub“ ein Atelier in Fladungen unterhält. Zum anderen ist da Jan Polacek, der in Oberwaldbehrungen lebt und arbeitet. Und schließlich spielt besagte Mia Hochrein, die ein Atelier in Münnerstadt betreibt, eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Kunst = Schön(heit): diese einfache, wie weitreichende Formel verbindet sie in diesem anarchisch anmutenden und doch in sich harmonischen „Ideenraum“, so unterschiedlich sie in ihrem täglichen Schaffen auch sein mögen.

 

 

Selbst der Vertreter des Bundesverbandes der Schönen Künste war zur Vorstellung angereist. Er lobte: „Dieser offene Blick für den größeren Rahmen, für alle Umstände, die für Beruf und Leben von Bedeutung sind, werden für das Gute und Schöne in unserer Region von großer Bedeutung sein.“

„unbequem, unbestechlich, nützlich, narrensicher“

Beim „Institut Heinz“ handelt es sich also um eine Institution mit unheimlich vielen Tentakeln, ein übertragenes Modell aus dem völlig fremden wissenschaftlichen Bereich, dessen Ziele bewusst global formuliert wurden. Einfach gesagt: Im Institut wird Humor genutzt, um Kunst zu transportieren.

In der Veit-Stoß-Straße 18 in Münnerstadt hat das Trio nun seine “Basis“ aufgeschlagen. Sicher kann sich der Außenstehende jedoch auch hier nicht sein. Denn eigentlich könnte das eindrucksvolle Eingangsportal auch im weit entfernten Nürnberg liegen. Das „Institut Heinz“ ist eben ein waschechtes und dabei so gänzlich unvorhersehbares Gesamtkunstwerk. Eine selbst erschaffene Plattform, auf der sich die drei Künstler pudelwohl fühlen und die sich nur schwer in räumliche oder gedankliche Vorgaben zwängen lässt. „kreativ, natürlich, progressiv, innovativ, avantgardistisch, krisenfest, ausgependelt“, manchmal auch „unbequem, unbestechlich, nützlich, narrensicher“: so beschreiben die Experten für „Trashformatik“, „Integrationsmechanik“ und „Subästethische Phänomene“ das Institut, welches dankenswerterweise gleich auf mehreren Ebenen forscht und eben nicht einfach nur „kreativ“ ist.

Aber wie in der Wissenschaft üblich, so ist auch hier ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen und Kursangeboten vorhanden. Oder hätten Sie etwas gegen ein Studium Generale unter dem Titel „Haeng Pfui“ einzuwenden? Immerhin handelt es sich hierbei um eine exklusiv vom „Institut Heinz“ entwickelte Methode zur Wiedereroberung der eigenen Wohnung. Denn: „Nicht die Dinge beherrschen Sie, sondern Sie werden endlich Herr der Dinge!“

 

Seit Sommer 2010 haben die Institutsleiter an ihrem Konzept gebastelt. Dennoch: Alles ist offen, nichts ein Muss.

„Kunst ist dafür da, auf eine andere Ebene zu kommen…!“

Der Anfang ist gemacht: Nach einem ersten Informationsabend mit Prospekt und vollständig ausgearbeiteter Unternehmensphilosphie, einer Vernissage und einem weihnachtlichen Zusammentreffen, folgten die Freischaltung des Internetauftritts und last but not least eine eigene Zeitschrift mit dem Titel „Heinz und Welt“, die von Hand bemalt und nummeriert ebenfalls zum Kauf bereit liegt. Bis nun eine exakte Definition des Begriffs „Schönheit“ erarbeitet worden ist, „unterstützt das Institut Alles und Jeden, interveniert, wo nötig, baut auf und setzt um und legt den Finger auf die Wunden und Hand an, überall wo es nötig erscheint und die Kunst, also die Schönheit zu kurz kommt.“ Welche Kreise das zieht, ist für sie erst einmal zweitrangig – die Plattform selbst, die hier erlaubte künstlerische Auseinandersetzung mit sich und den anderen, darin liegt der wahre Reiz. „Alles ist offen. Denn Kunst ist dafür da, auf eine andere Ebene zu kommen…!“

 

Presse-Info (  Material zum Download )

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